Mit dem Einzug der Langobarden unter der Führung Alboins (568–569) wurden Trient und die umliegenden Siedlungen Teil einer neuen, stabilen staatlichen Ordnung – des Langobardenreichs, dessen Herrschaft über das Trentiner Gebiet bis in die zweite Hälfte des 8. Jahrhunderts andauerte.
Noch heute lassen sich zahlreiche Spuren dieser Zeit finden: ein Beispiel dafür sind Ortsnamen wie „Guizza“, eine Anhöhe oberhalb von Levico, die einst ein gemeinschaftlich genutztes Land bezeichnete, oder typische Familiennamen der Gegend wie „Libardi“, die direkt von „Longobardi“ (Langobarden) abgeleitet sind.
Die überlieferten Quellen können jedoch nicht klären, ob sich auf dem Hügel von Selva ein langobardischer Stützpunkt oder sogar eine Burg befand. So berichtet etwa die Historia Langobardorum von Paulus Diaconus lediglich von der Existenz von duo castra in „Alsuca“ – zwei Festungen in einer Region namens „Alsuca“, was vermutlich eine Verfälschung des Namens „Ausugum“ (heutiges Borgo) oder in weiterer Bedeutung die Valsugana meint.
Die Valsugana litt in dieser Zeit unter schweren Verwüstungen: im Jahr 899 wurde das Tal von den Ungarn geplündert, und im folgenden Jahrhundert durchzogen regelmäßig die Heere verschiedenster Machthaber, die um die Kaiserkrone kämpften, die Region. In dieser Zeit kam es vermutlich auch zur Festigung und zum steinernen Ausbau der wichtigsten Verteidigungsanlagen des Schlosses – stets unter dem Engagement der lokalen Bevölkerung.