Im Jahr 1027 erkannte Kaiser Konrad II. der Salier dem Oberhaupt der Kirche von Trient – das fortan den Titel eines Fürstbischofs tragen sollte – offiziell das Recht zu, Gesetze zu erlassen, Recht zu sprechen und das eigene Territorium zu regieren, gleich einem weltlichen Landesherrn, im Gegenzug für die Treue gegenüber dem Kaiserhaus. Der Fürstbischof von Trient wurde auf diese Weise zum weltlichen Herrscher über das gesamte Gebiet des heutigen Trentino – eine Herrschaft, die formell erst im Jahr 1803 endete. In religiösen Belangen jedoch, wie der Ernennung der Pfarrer oder der Kirchenabgaben, unterstanden Levico und Selva dem Bischof von Feltre in der Provinz Belluno.
Das Gebiet von Levico und Selva mit seiner damaligen Wehranlage wurde in jener Zeit vermutlich der lokalen Bevölkerung entzogen und unter die Kontrolle eines bischöflichen Hauptmanns gestellt. Dieser war für die Ausübung der niederen Gerichtsbarkeit, die Eintreibung von Steuern und insbesondere für die militärische Kontrolle des Valsugana-Tals zuständig.
Diese Verwaltungsstruktur bestand für die Burg von Selva und ihre Gemeinschaft fast 800 Jahre lang – bis zum Ende des Fürstentums.