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DAS SCHLOSS UND DIE GEMEINSCHAFT

Mit der Errichtung des Fürstentums entstanden die ersten stabilen Regierungsformen für die Gemeinschaft von Levico und Selva.

Die Bevölkerung unter der Kontrolle des Schlosses wurde in einer Nachbarschaft (ital. vicinìa) organisiert – das heißt, in einer Versammlung der Familienoberhäupter, die über Rechte an den gemainschaftlichen Ländereien verfügten und somit an öffentlichen Versammlungen teilnehmen durften.

Die Einrichtung der Nachbarschaft hatte die Aufgabe, die Beziehungen zwischen den Bewohnern des Umlandes zu regeln und die zahlreichen gemeinschaftlich genutzten Güter zu verwalten, wie zum Beispiel Wälder oder Weiden. Für diese Aufgaben sah die Nachbarschaft die Ernennung verschiedener Verwaltungsämter vor, etwa der zwei Gemeindevorsteher (sog. sindaci), Richter für kleinere Streitigkeiten oder der Saltari, die für die Pflege des Saltus – also der bewaldeten oder unbebauten Gemeinschaftsflächen – zuständig waren.

Die wichtigsten Verwaltungsregeln für das Gebiet rund um das Schloss wurden im Jahr 1431 in den sogenannten Statuta et Ordinamenta Communitatis Levigi et Silvae festgeschrieben. Eine Kopie dieses Dokuments, datiert auf das Jahr 1569, wird noch heute im historischen Archiv der Gemeindebibliothek von Levico aufbewahrt und stellt das älteste Zeugnis der Verwaltungstätigkeit der Gemeinde Levico dar.