Im Laufe des 13. Jahrhunderts erlebte die Burg von Selva ihre größte Bedeutung als militärisches Bauwerk: In Europa tobte der Machtkampf zwischen Papsttum und Kaiserreich, und die Verkehrswege zwischen Nord und Süd – darunter auch die Valsugana – wurden wiederholt zum Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen.
Einer der prominentesten Vertreter der kaiserlichen Sache war der berüchtigte Ezzelino da Romano (1194–1259), der versuchte, den Konflikt zu nutzen, um die Gebiete der Kirche von Trient an sich zu reißen.
Im Jahr 1256 organisierte er einen Strafzug gegen den damaligen Fürstbischof Egnon von Eppan (im Amt von 1250 bis 1273), einen entschiedenen Unterstützer der päpstlichen Seite. Quellen berichten von dem Versuch, die Burg mit angemessenen Verteidigungsanlagen auszustatten – jedoch vergeblich: Selva und weitere Festungen im Trentino wurden von den Kaiserlichen eingenommen und geplündert.
Auch nach dem Tod Ezzelinos fand die Burg keine Ruhe. Im Jahr 1275 befand sie sich im Besitz von Meinhard II., Graf von Tirol (1238–1295), der sie während der Auseinandersetzungen mit Bischof Heinrich II. (im Amt von 1274 bis 1289) besetzt hatte. Im Verlauf des 14. Jahrhunderts wechselte Selva mehrfach den Besitzer während der Kämpfe, die die Fürstbischöfe mit den Grafen von Tirol, den Herren von Carrara und im Zuge des Kleinkriegs führten, den Siccone, Herr von Caldonazzo, entfesselt hatte.